Gucken: Gespräch und Pop up-Ausstellung zu Andreas Herzaus letztem Fotoband

EIne Veranstaltung im Rahmen von «Leipzig liest»

Als Andreas Herzau am 2024 verstarb, verlor die deutsche Fotografiewelt einen ihrer engagiertesten und inspirierendsten Vertreter. Als Reportagefotograf ging es ihm von Anfang an nicht um den sensationellen ‹Schuss›, sondern darum, mit einer eigenen Bildsprache «zu zeigen, was ist». 1992 gehörte er zu den Mitbegründern der Agentur «Signum», deren Mitglieder sich als politische Dokumentaristen verstanden und unter hohem persönlichen Risiko aus Kriegs- und Krisengebieten berichteten. In der Folge war Herzau für zahlreiche grosse Magazine tätig, darunter für den «Spiegel», den «Stern», die «Zeit» und andere. Sein Interesse ging aber über die unmittelbare Tagesaktualität hinaus, so dass er parallel an umfangreicheren Projekten zu arbeiten begann. Es entstand eine Reihe von Fotobänden, für die Herzau einen gänzlich neuen Stil entwickelte. Die Bilder sind seitenfüllend und kontrastiv gegeneinander gesetzt, vermeiden alles Erzählerisch-Anekdotische, sondern konfrontieren gezielt mit Als Andreas Herzau am 2024 verstarb, verlor die deutsche Fotografiewelt einen ihrer engagiertesten und inspirierendsten Vertreter. Als Reportagefotograf ging es ihm von Anfang an nicht um den sensationellen ‹Schuss›, sondern darum, mit einer eigenen Bildsprache «zu zeigen, was ist». 1992 gehörte er zu den Mitbegründern der Agentur «Signum», deren Mitglieder sich als politische Dokumentaristen verstanden und unter hohem persönlichen Risiko aus Kriegs- und Krisengebieten berichteten. In der Folge war Herzau für zahlreiche grosse Magazine tätig, darunter für den «Spiegel», den «Stern», die «Zeit» und andere. Sein Interesse ging aber über die unmittelbare Tagesaktualität hinaus, so dass er parallel an umfangreicheren Projekten zu arbeiten begann. Es entstand eine Reihe von Fotobänden, für die Herzau einen gänzlich neuen Stil entwickelte. Die Bilder sind seitenfüllend und kontrastiv gegeneinander gesetzt, vermeiden alles Erzählerisch-Anekdotische, sondern konfrontieren gezielt mit Disparatem. Optische Störungen werden nicht um des ‹schönen Bildes› willen ausgespart, sondern bewusst in Kauf genommen. In ihrer Direktheit sprechen die Aufnahmen eine Wahrhaftigkeit des Hinsehens aus, die das Medium Fotografie überraschend erneuert.
Für seine letzte, posthume Publikation «Gucken» (NIMBUS 2025) führte Andreas Herzau intensive Gespräche mit Sebastian Lux, Geschäftsführer der Stiftung F.C. Gundlach. Themen sind die Entwicklung des Fotojournalismus seit den 1990er Jahren, die Folgen des Medienwandels auf technischer und wirtschaftlicher Ebene, der politische Druck, dem die optischen Medien immer stärker ausgesetzt sind, sowie die Gefahr von ‹Deep Fakes› durch die aufkommende KI. Zugleich aber betont Herzau auch die neue kreative Freiheit, die der Fotografie in einer abgelichteten Welt zugewachsen ist – man muss nur unvoreingenommen um sich gucken.

Im Rahmen von «Leipzig liest» sprechen Sebastian Lux, der Verleger Bernhard Echte, Herzaus langjährige Partnerin Renate Ruhne sowie sein Weggefährte Heiko Seibel über das fotografische Werk von Andreas Herzau, die Publikation «Gucken» und die Entwicklung des Fotojournalismus. Im Anschluss an das Gespräch findet ein kleiner Umtrunk statt. Eine Pop up-Ausstellung mit Herzau-Fotos begleitet die Veranstaltung.

Buchpräsentation
Gespräch und Lesung: Sa, 21.3., 19 Uhr

Pop up-Ausstellung
Vernissage: Do, 19.3., 17 Uhr
Öffnungszeiten Ausstellung: Do, 19.3. bis So, 22.3., 15 bis 19 Uhr.
 

Datum und Ort
Donnerstag, 19. März 2026 - 17:00 bis Sonntag, 22. März 2026 - 19:00

Monopol Leipzig, Atelier Jörg Gläscher
Haferkornstraße 15
04129 Leipzig
Eintritt

frei