Willkommen

Herzlich Willkommen bei NIMBUS. Kunst und Bücher

Nimbus. Kunst und Bücher ist ein Verlag für Kunst, zeitgenössische Fotografie und Literatur. Wir freuen uns, Ihnen unsere Bücher vorstellen zu dürfen. Hochwertige Fotografie-Bände, Literarisches und Kunstgeschichte prägen unser Verlagsprogramm. Hier finden Sie Informationen zu unseren Autoren, zu unseren Veranstaltungen, der Geschichte des Verlages und natürlich zum Abendstern - dem Schauplatz von Robert Walsers Roman «Der Gehülfe» und somit dem wahrscheinlich poetischsten Verlagssitz der ganzen Schweiz. Wir freuen uns sehr, wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen und sich mit dem NIMBUS-Newsletter über Neuerscheinungen, Lesungen und Ausstellungen informieren lassen.

 

eugen gomringer - poema. Gedichte und Essays

Vor 65 Jahren erschien Eugen Gomringers Gedicht «avenidas», eine der ersten Konstellationen, die eine wesentliche Grundform der Konkreten Poesie bilden. Unerwartet hat der Text jüngst für Zündstoff gesorgt und eine umstrittene Aktualität gewonnen – Anlass genug, das lyrische Werk des Begründers der Konkreten Poesie neu zu betrachten. Gomringer hat dazu seine wesentlichen Gedichte kommentiert und ihnen Essays bekannter Kollegen beigegeben. Die Rückschau auf eine zunächst belächelte literarische Bewegung, deren kreatives Potential jedoch weltweit Resonanz fand. Mit Beiträgen von Marina v. Assel, Heike Baeskow, Max Bill, Mark E. Cory,  Bernhard Echte, Zsuzsanna Gahse, Annette Gilbert, Nora Gomringer, Nortrud Gomringer, Franz Hohler, Ingrid Isermann, Walter Jens, Martin Krampen, Robert Kudielka, Michael Lentz, Sibylle Lewitscharoff, Kurt Marti, Peter von Matt, Franz Mon, Oskar Pastior, Ilma Rakusa, Hans-Peter Riese, Wulf Segebrecht.
Eugen Gomringer: poema. Gedichte und Essays. 212 Seiten, Pappband, Fadenheftung.  EUR 29.80 / CHF 34.00. ISBN 978-3-03850-047-6

Norbert Hummelt: Der Atlas der Erinnerung

Norbert Hummelt erkundet Landschaften und Orte, literarische und historische Schauplätze. Seine Texte sind eine kostbare Schule der Beiläufigkeit. Das ist wörtlich zu verstehen: Er läuft an etwas vorbei – und findet es merkwürdig. Wichtig ist weniger das Was, als das Wann und Wo. Wenn Peter Handke einst auf der Suche nach der 'Stunde der wahren Empfindung' war, beschäftigt sich Hummelt mit dem Ort der nachwirkenden Erfahrung. Unterwegs zu sein ist für diesen Autor eine Lebens- und Erkenntnis­form, wobei es gleichgültig ist, ob er den Orten einstiger Familienausflüge in der Kindheit nachgeht oder durch die Allerweltsstraße flaniert, an der er heute in Berlin wohnt. 
All dies ist im übrigen keineswegs ein Idylle-Programm; hier ist einer geschichtsbewusst und durch­aus kritischen Auges unterwegs. Das Eigenartige aber: In Norbert Hummelts Texten spürt man, dass eigent­lich alles interessant und belebend ist – jeder Moment wirklicher Gegenwart und jede merkwürdige Beobachtung, sei sie auch noch so beiläufig.
Norbert Hummelt: Der Atlas der Erinnerung. 168 Seiten, Broschur, Fadenheftung. EUR 24.80 / CHF 28.80, ISBN 978-3 03850-048-3

Hermann Kesten: Die fremden Götter

Wie man beim Titel schon vermuten kann, handelt es sich bei dem Roman um eine Geschichte über religiösen Fanatismus – angesiedelt allerdings im Jahr 1948 in Nizza.  Das Ehepaar Schott ist nach überlebter KZ-Haft zu orthodoxen Juden geworden. Ihre 17jährige Tochter Luise, während des Kriegs in einem Kloster versteckt, hängt dem katholischen Glauben an. Das Zureden der Eltern bewirkt nichts, auch der beigezogene Sohn des Rabbi ist machtlos, verliebt sich vielmehr in Luise. Doch diese hat ihr Herz schon vergeben: an einen atheistischen Fotografen, der sie seinerseits jedoch nur als Flirt sieht. Schnell geraten alle Personen in einen Circulus vitiosus der gegenseitigen Verkennung und verlieren sich im Labyrinth von Dogmen und abstrakten Grundsätzen. Wenn man die aufgesteckten Ettikettchen der reiligiösen Richtungen mit anderen Namen versieht, erscheint der Roman heute aktueller denn je. 
Kesten erzählt die rasanten Geschehnisse als tragikomische Farce, in der Toleranz und Freiheit einen schweren Stand haben. Der Roman erscheint in unserer literarischen Reihe «unbegrenzt haltbar» und wird herausgegeben von Albert M. Debrunner, dem Autor der vielbeachteten Biographie Hermann Kestens «Zuhause im 20. Jahrhundert» (Nimbus, 2017).
Hermann Kesten: Die fremden Götter. Roman. 248 Seiten. Halbleinen, Lesebändchen. EUR 28.00 / CHF 32.00. ISBN 978-3-03850-045-2

Hermann Graf Pückler-Muskau: Acht Frühlings- und Sommertage aus dem Leben Mischling's

Ein Herzog durchquert, verkleidet als Wandersmann, sein Herrschaftsgebiet und lernt dabei von ganz unten bis ganz oben alle Gesellschaftsschichten seines Herzogtums kennen. In Jean-Paulischer Manier wird hier ein höchst originelles Panorama der Zeit entworfen, des preußischen Deutschlands zwischen Aufklärung und Romantik, Freiheitsliebe und Zensur. 
Hermann Pückler gilt als erster deutscher Dandy. Er war ein visionärer Gartenplaner, leidenschaftlicher Reisender und guter Esser - das Eis à la Fürst Pückler lacht uns auch heute noch aus den Gefriertruhen der Supermärkte entgegen. Doch Pükcler ist auch Literat: 1834 erschienen die «Tutti frutti», ein fünfbändiges Werk, um das sich das Publikum riss - die erste Auflage war bereits vor Erscheinen ausverkauft. Die darin enthaltene Novelle «Acht Frühlings- und Sommertage aus dem Leben Mischling's», nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche Wanderung. Im Verkleidungs- und Verwechslungsspiel erlebt der Held Sagenhaftes, Schauerliches, erzählt Spukgeschichten, verdingt sich als Puppenspieler und beginnt – wie könnte es anders sein – allerlei Liebeshändel mit rätselhaften Damen. Am Ende lüftet sich unerwartet sein Geheimnis. Der Roman erscheint in unserer literarischen Reihe «unbegrenzt haltbar» und wird herausgegeben von Erica Ruetz.
Hermann Graf von Pückler Muskau: Acht Frühlings und Sommertage aus dem Leben Mischling's. Eine wahre Geschichte, mit dem Anstrich einer Novelle. 248 Seiten, Halbleinen, Lesebändchen. EUR 28.00/ CHF 32.00. ISBN 978-3-03850-046-9

Bemerkenswert am Verlagsprogramm ist die Mischung aus Wieder- und Neuentdeckungen, sowohl bei den Kunst- wie auch bei den belletristischen Titeln
Susanne Bader im Wetzsteinbrief, Dezember 2017