«Nichts und niemand kann dich ersetzen»

«Nichts und niemand kann dich ersetzen»

Rainer Brambach - Günter Eich. Der Briefwechsel


Roland Berbig (Hrsg.)
520 Seiten
112 Illustrationen

Halbleinen, Fadenheftung, 14.5 x 22.8 cm

ISBN 978-3-03850-069-8

Erscheint im April 2021

CHF 49.80
EUR 44.00

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Die prominenten Bühnen des literarischen Betriebs haben beide eher gemieden; den Roman, den man gelesen, und das Stück, das man gesehen haben muss, sucht man in ihrem Werk vergebens. Als Lyriker und Kurzprosaisten gehören Günter Eich und Rainer Brambach gleichwohl zu den unverrückbaren Größen in der Literatur Deutschlands und der Schweiz nach 1945. Ihre Beziehung leitete 1950 eine Leserzuschrift von Brambach ein, auf die Eich ebenso erfreut wie überrascht reagierte: Daß ihm jemand auf die Veröffentlichung dreier Gedicht in einer Zeitschrift schrieb, war er – in einem entlegenen Winkel Niederbayerns lebend – nicht unbedingt gewohnt. Erst beim dritten Brief scheint Brambach zugegeben zu haben, daß auch er Gedichte schrieb. Da war aus der Korrespondenz schon eine Brieffreundschaft geworden, die sich nach der persönlichen Begegnung noch intensivierte. Regelmäßig tauschte man Manuskripte aus, um die Meinung des anderen und dessen Verbesserungsvorschläge zu erfahren (eine ganze Reihe von bislang unbekannten Texten sind nur hier überliefert). Jedes erscheinende Buch bekam der andere mit herzlicher Widmung. Wann immer es ging, besuchte man sich. Bis zu Eichs Tod im Jahr 1972 sollten beide füreinander die Person bleiben, der sie alles anvertrauen konnten. In ihren Briefen kommt denn auch das gesamte Spektrum der Stimmungen und Lebensumstände zur Sprache: die literarische Arbeit mit allen Höhen und Tiefen des Scheiterns und Gelingens, die wechselvollen Erfahrungen in Dingen der Liebe und des familiären Lebens, die Wonnen des Weingenusses und die Nöte der pekuniären Verhältnisse, der Klatsch des Literaturbetriebs und die unberechenbaren Launen des sogenannten Erfolgs. Es sind Briefe, in denen sich viele Tonlagen mischen: tiefe Herzlichkeit und kritische Abwägung, Freude am Albernen und Galgenhumor angesichts der verqueren Weltläufte. Nur langweilig sind sie nie.