Im Wirtshaus ist heut Maskenball ...

Im Wirtshaus ist heut Maskenball ...

Bilderbuch für Klaus-Dieter und Gerdi, 1942

Karl Manfred Fischer (Hrsg.)
88 Seiten
95 Illustrationen

2 Bände im Schmuckschuber

Band 1: Faksimile des «Bilderbuchs für Klaus-Dieter und Gerdi» in Originalgröße (16 Seiten)

Band 2: Begleitheft mit Aufsätzen von Klaus Gültig, Eva Pfister und Annette Hülsenbeck, herausgegeben von Karl Manfred Fischer (72 Seiten)

32.5 x 23 cm

 

ISBN 978-3-03850-004-1

CHF 54.00
EUR 48.80

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Schuber mit Faksimile und Begleitheft
Detailansicht Begleitheft
Detailansicht Begleitheft: Transkription
Detail Faksimile: Vogel-Collage

Aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs waren bislang nur wenige Zeugnisse von Marieluise Fleißers Leben bekannt. Auch ihr Nachlaß enthielt keine Arbeiten aus dieser Zeit. Um so überraschender war der Fund, den Klaus Gültig, der Neffe der Autorin, vor einigen Jahren machte. In der Wohnung von Marieluise Fleißer, die nach ihrem Tod von seiner Mutter bewohnt worden war, entdeckte er in einem Schrank ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch im Folio-Format, das offenbar aus dem Jahr 1942 stammt. Der Titelwidmung zufolge war es für die kleinen Neffen Klaus-Dieter und Gerd bestimmt, erreichte die beiden Kinder jedoch nie.

Das Album enthält eine ebenso spielerische wie kunstvolle Collage von Figuren, die Marieluise Fleißer aus Modezeitschriften ausgeschnitten und mit kleinen Landschaftsrequisiten zu spielerischen Handlungen zusammengestellt hat – durchsetzt mit witzigen Gelegenheitsversen. Zwar trägt das Bilderbuch einen deutlich privaten Charakter, erscheint zugleich aber als Kontrapunkt zum niederdrückenden Alltag der Kriegs- und Nazi-Zeit, als Marieluise Fleißer von der literarischen Öffentlichkeit abgeschnitten war.

Die Publikation legt das Album als Faksimile in originaler Größe vor, ergänzt durch ein Beiheft. Darin erinnert sich Marieluise Fleißers Neffe Klaus Gültig an die Begegnungen mit seiner Tante in der Kindheitszeit.

Eva Pfister, die mit Günther Rühle den Nachlaßband von Fleißers Gesammelten Werken herausgegeben hat, schildert die biographischen Begleitumstände jener schweren Jahre, während Annette Hülsenbeck als ausgewiesene Kennerin der damaligen Zeitschriften- und Modeszene das lebhafte Interesse beleuchtet, das Marieluise Fleißer zeitlebens Kleidern und Stoffen entgegengebracht hat. Dabei wird auch rekonstruiert, woher die Einzelteile der Collage des Bilderbuches stammen.